Kopfschmerzerkrankungen sind ein dynamisches und spannendes Feld, in dem sich therapeutisch extrem viel getan hat: Fast jeder kennt Kopfschmerzen aus eigener Erfahrung. Mit täglich rd. 900.000 Betroffenen in Deutschland spiegeln sie eine enorme Krankheitslast wieder, die weitreichende gesellschaftliche, wirtschaftliche und vor allem persönliche Folgen hat. Kopfschmerzen können daher zu Recht als "Volkskrankheit" bezeichnet werden.
Es gibt über 260 verschiedene Kopfschmerzformen, die keineswegs alle gleich häufig auftreten oder auf dieselbe Weise behandelt werden. Makkinejad gibt zunächst einen Überblick über die grobe Einteilung aller Kopfschmerzerkrankungen. Anschließend thematisiert er die drei häufigsten "primären Kopfschmerzformen" - also jene, bei denen der Kopfschmerz die eigentliche Erkrankung darstellt: den Spannungskopfschmerz, den Clusterkopfschmerz sowie die Migräne.
Ein besonderer Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der Migräne. Diese nimmt nicht selten einen chronischen Verlauf und führt im Alltag häufig zu einem Übergebrauch von Schmerzmedikamenten. Zudem können Migräneattacken mit sog. "Auren" einhergehen. Dabei handelt es sich um vorübergehende neurologische Ausfälle wie Seh- oder Sprachstörungen, Missempfindungen oder gar Lähmungserscheinungen, die einem Schlaganfall ähneln können - und manchmal sogar gänzlich ohne begleitende Kopfschmerzen auftreten.
Für Patienten, die unter häufiger episodischer Migräne leiden, hat die Forschung in den letzten Jahren hocheffektive neue Therapien hervorgebracht. So sind in Deutschland seit rund fünf Jahren monoklonale Antikörper verfügbar, die sich gezielt gegen den migräneauslösenden Botenstoff oder dessen Rezeptor richten. Zudem ist bereits seit 2011 die regelmäßige Injektion von Botox® eine zugelassene und bewährte Therapieoption bei chronischer Migräne.
Babak Makkinejad, geboren in Teheran im Iran, kam 1980 als Kleinkind mit seinen Eltern nach Saarlouis und ist hier aufgewachsen. Nach zweijährigem Studium der Zahnmedizin wechselte er zur Humanmedizin und schloss 2003 mit der Approbation ab. Anschließend war er über viereinhalb Jahre in Großbritannien in verschiedenen medizinischen Fachrichtungen tätig. Nach seiner Rückkehr nach Saarlouis schloss er 2014 die Facharztweiterbildung in der Abteilung für Neurologie am damaligen CTT-Krankenhaus Dillingen erfolgreich ab. Seit nunmehr zwölf Jahren arbeitet er als neurologischer Oberarzt erst in Dillingen und seit der Fusion der beiden Kliniken und dem Umzug der neurologischen Abteilung 2019 am Marienhausklinikum Saarlouis.
