Von der Multiplen Sklerose (MS) sind in Deutschland rund 280.000 Frauen und Männer betroffen. Sie ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Bei der Erkrankung greift das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Strukturen an, insbesondere die Myelinscheiden, die die Nervenfasern schützen. Dadurch wird die Weiterleitung von Nervenimpulsen gestört. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und reichen von Sehstörungen, Gefühlsstörungen und Muskelschwäche bis hin zu Koordinations- und Gangstörungen sowie ausgeprägter Fatigue.
Die Häufigkeit der Multiplen Sklerose nimmt insbesondere im jungen bis mittleren Lebensalter zu. Viele Patientinnen und Patienten erhalten die Diagnose zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich: während manche Betroffene über lange Zeit nur geringe Einschränkungen haben, kommt es bei anderen zu wiederkehrenden Schüben oder einer schleichenden Verschlechterung neurologischer Funktionen. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt; vermutlich spielen genetische Veranlagung sowie Umweltfaktoren eine wichtige Rolle.
Dr. Charfi, geboren in Schwäbisch Gmünd, ist im Alter von 6 Jahren mit seinen Eltern nach Tunesien gezogen und dort aufgewachsen. Sein Medizinstudium hat er 2014 ebenso erfolgreich abgeschlossen wie die anschließende Facharztweiterbildung in der Neurologie. Er arbeitet seit 5 Jahren als Oberarzt in der Neurologie am Marienhausklinikum Saarlouis.
weitere Info-Vorträge in Kooperation mit Ärzten der Neurologie des Marienhausklinikums Saarlouis:
- Donnerstag, 12. November um 17.30 Uhr: Thema "Kopfschmerzen und Migräne", Babak Makkinejad
